Stiepeler Dorfkirche

In einer Industrieregion wie dem Ruhrgebiet werden die Besucher durch die im Ruhrtal idyllisch gelegene Stiepeler Dorfkirche überrascht. Sie ist vermutlich das älteste Baudenkmal Bochums und eines der schönsten dazu.

Die Stiepeler Dorfkirche ist eine "Offene Kirche". Schauen Sie doch einmal vorbei.

Ausstattung

Wand- und Deckenmalereien
Die aus dem 12. bis 16. Jahrhundert original erhaltenen Wandmalereien geben der Kirche die Bedeutung eines überregionalen Kulturdenkmals.

Aus romanischer Zeit stammt die Darstellung des Bethlehemitischen Kindermordes in der nördlichen Seitenapsis und die daran anschließende Flucht nach Ägypten, außerdem der richtende Christus mit den Brüdern Kain (mit Ährengabe) und Abel (mit Lamm). Die reichen Dekorationsmalereien - Marmorierungen, Ornamentbänder und Teppiche - in den romanischen Gewölben finden Entsprechungen in anderen Kirchen Westfalens, sind in dieser Fülle jedoch einmalig.

Spätgotischer Herkunft ist die vierteilige Paradiesszene an der Nordwand und die Malereien im Chorraum mit der großflächigen Darstellung des Drachenkampfes aus der Georgslegende.

Innenausstattung
Gegenüber der Vielfalt der Malereien ist die Innenausstattung eher karg. Auffällig sind mit dem Blick vom Haupteingang zwei steinerne Reliefs: Am Nordpfeiler ein Löwe, am Südpfeiler ein Drache, Symbole für den Kampf zwischen Christus und Satan. Das spätgotische Sakramentshäuschen im Chorraum kam mit dessen Neugestaltung Ende des 15. Jahrhunderts in die Kirche. Auch der Taufstein in der südlichen Nebenapsis ist aus spätgotischer Zeit. Altar und Kanzel wurden im Zuge der Renovierung des Innenraums 2002 neu gestaltet. Die neue Orgel wurde 2004 eingebaut.

 

Geschichte

Gründung
Die Gründung muss man um das Jahr 1008 datieren. Zunächst wurde eine kleine Saalkirche errichtet, die um 1150 von einer romanischen Basilika überbaut wurde, von der das einjochige Mittelschiff und das dreijochige Querschiff noch vorhanden sind. Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts erfuhr die Basilika eine Erweiterung zu einer spätgotischen Hallenkirche. Sehenswert ist der umgebende Kirchhof. Sein ältester Grabstein datiert von 1600, Mauer und Torhaus stammen aus noch früherer Zeit.

Bauphasen
Die unterschiedlichen Bauphasen der Kirche kann der Besucher an den romanischen Kreuzgratgewölben im Mittelschiff und an den spätgotischen Kreuzrippengewölben im Chorraum sowie im Südwesten und Nordwesten leicht ausmachen. Dazu gehören jeweils die Wand- und Deckenmalerein aus dem 12. und späten 15. Jahrhundert. Sie wurden 1698 übertüncht und erst 1952 wieder aufgedeckt und in der Folge in mehreren Schritten bis 2002 restauriert und gesichert.

Restaurierung 1998 - 2004/2007
Eine zunehmende Instabilität des Turms gab 1998 den Anlass zu einer Grundsanierung und Restaurierung des Turms, des Außenmauerwerks und des Innenraums der Kirche. Den Abschluss der Restaurierung bildete 2004 der Einbau der neuen Orgel. Im Jahr 2007 folgte die Restaurierung des historischen Kirchhofs.
Die über 1,7 Millionen Euro Kosten konnten von der Kirchengemeinde nicht aufgebracht werden. Die Finanzierung wurde möglich durch Spenden und Zuschüsse verschiedener Stiftungen und zahlreiche Einzelspenden. Dass die Finanzierung gelang, ist im Wesentlichen der Initiative des "Freundeskreis Stiepeler Dorfkirche" zu verdanken, ein freier, nicht vereinsgebundener Zusammenschluss engagierter Stiepeler und Bochumer Bürgerinnen und Bürger.

Kontakt

Gemeindebüro und Friedhofsverwaltung
Brockhauser Str. 74a
44797 Bochum

Ansprechpartner:
Anja Czytkowski

Anke Lubitz

Tel.: 0234/79 13 37
Fax: 0234/79 12 87
mail: bo-kg-stiepel@kk-ekvw.de

Öffnungszeiten 
Mo., Mi., Fr. 09:00 - 11:00 Uhr
Do. 14:30 - 17:00 Uhr
dienstags geschlossen